Sicherheitseinrichtungen im B 10 Rosensteintunnel

Verschiedene technische Ein- und Vorrichtungen sorgen im B 10 Rosensteintunnel für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Die Maßnahmen orientieren sich dabei an den "Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln 2006" (RABT 2006), die als deutschlandweite Grundlage der EU-Tunnelrichtlinie dienen.

Weil sich ein Brand in einem Tunnel  durch die vorhandenen Brandlasten (LKW mit Ladung) rasant ausbreiten kann und Fahrzeugnutzer dadurch besonders gefährdet sein können, wird in jeder Tunnelröhre eine Entrauchungsanlage installiert: In kurzen Abständen von ca. 50 Metern befinden sich in der Zwischendecke zum Abluftkanal Lüftungsklappen, die sich an der Stelle öffnen, an der der Brandherd durch Sensoren lokalisiert wird. Damit wird die Gefahrenstelle von giftigem Rauch freigehalten.

3D-Schnitt Tunnelröhren B10RT3D-Schnitt Tunnelröhren inkl. Zwischendecken und Abluftkanälen. Grafik: HIC Holzhäuser, Ingenieur Consult GmbH

Lüftungsklappen zwischendeckeDie Lüftungsklappen in der Zwischendecke öffnen sich dort, wo ein Brandherd lokalisiert wird. Beispielfoto: Stadt Stuttgart

Die giftigen Rauchgase werden anschließend von leistungsfähigen Ventilatoren in der Betriebszentrale über den Abluftkanal oberhalb der Zwischendecke durch die Kamine an der Pragstraße heraus befördert. Bei Alarmmeldung werden die Tunnelröhren an den Portalen mit Ampeln und Schranken gesperrt. Der B 10 Rosensteintunnel verfügt auch über eine Löschwasserversorgung, bei der in Abständen von maximal 150 Metern Hydranten zur Löschwasserentnahme für die Feuerwehr installiert sind.

Abluftkamine in der PragstraßeDie Abluftkamine in der Pragstraße befördern Rauch und Emissionen aus den Tunnelröhren. Foto: Stadt Stuttgart

Bei der Einfahrt in einen Tunnel muss sich das Menschliche Auge bei Tageslicht schnell an die reduzierten Lichtverhältnisse im Tunnel gewöhnen. Damit der Übergang nicht zu schnell stattfindet gibt es in allen Straßentunnel sogenannte Adaptionsbereiche. Die Beleuchtung des B 10 Rosensteintunnels ist deshalb in den Portalbereichen an das Tageslicht angepasst und nimmt im Inneren des Tunnels ab.

Eine beleuchtete Notwegbeschilderung zeigt an, in welcher Richtung und in welcher Entfernung sich der nächste Fluchtweg befindet. Zusätzlich wird eine Brandnotbeleuchtung installiert: Im Brandfall schaltet sich diese Orientierungsbeleuchtung ein,  um die Sichtverhältnisse bei starker Rauchentwicklung zu verbessern. Über die Notgehwege entlang der Fahrbahnen gelangt man zum nächsten Notausgang. Alle 160 Meter gibt es eine begehbare Verbindung zwischen den beiden Tunnelröhren. Aufgrund der getrennten Belüftung und Entrauchung der beiden Tunnelröhren kann man sich im Brandfall durch eine Brandschutztüre in die andere Tunnelröhre retten. Somit beträgt die maximale Länge des Fluchtwegs eben diese 160 Meter. Die Verbindung auf Höhe der Pannenbucht ist zudem für Rettungsfahrzeuge im Notfall befahrbar.

Brandschutz Fluchtwege B10RTPannenbucht, befahr- und begehbare Querschläge als Fluchtmöglichkeiten im Rosensteintunnel. Grafik: i like

Entsprechend der RABT 2006 sind im B 10 Rosensteintunnel alle 150 Meter Notrufstationen mit einem Feuerlöscher und einem Feuermelder eingebaut. Da Mobiltelefone im Tunnel schlechten Empfang haben können und darüber hinaus die Standortbestimmung erschwert ist, werden Verkehrsteilnehmer angewiesen, zur Meldung eines Brandfalls und eines Notfalls immer die Notrufstation aufzusuchen. Der tatsächliche Standort wird den Einsatzkräften so auf direktem Weg übermittelt.

Zur zusätzlichen Sicherheit sind unter anderem die videotechnische Überwachung des Tunnels sowie Lautsprecheranlagen, um Verkehrsteilnehmer bei Störfällen über die aktuelle Lage im Tunnel zu informieren, eingebaut.