Sicherheit im B 10 Rosensteintunnel: Das richtige Verhalten im Notfall

Im B10 Rosensteintunnel werden zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen eingebaut: Fluchtwege, Entrauchungsanlagen, Notrufstationen, etc. Dennoch kann es natürlich zu einem Notfall kommen. Aber wie verhält man sich dann in einem Tunnel richtig? Was sollte jeder Tunnelnutzer beachten?

Die wichtigsten Verhaltensregeln haben wir für Sie zusammengefasst:
Sicherheitseinrichtungen in StraßentunnelnSicherheitseinrichtungen im Tunnel. Grafik: bast - Broschüre 'Richtiges Verhalten im Straßentunnel' (April 2013)

Stau
Bei aufkommendem Stau ist es wichtig, den Warnblinker einzuschalten und immer Abstand zu den anderen Autos zu halten. Bei längerem Stillstand sollte außerdem der Motor abgestellt werden, um die Abgase im Tunnel so niedrig wie möglich zu halten. Es sollte immer eine Gasse für Einsatzkräfte gebildet werden.

Panne
Bei einer Panne ist es Vorschrift, das Warnblinklicht anzuschalten. In der Mitte des B 10 Rosensteintunnels gibt es in beiden Röhren eine Pannenbucht in der das Fahrzeug sicher und ohne andere Verkehrsteilnehmer zu behindern, abgestellt werden kann. Dann sollte der Motor ausgeschaltet, der Zündschlüssel aber steckengelassen werden, damit die Einsatzkräfte das Fahrzeug bewegen können. Anschließend muss der Fahrer das Warndreieck platzieren und die Panne an der Notrufstation melden. Notrufstationen sind alle 150 Meter eingerichtet.

Unfall
Bei einem Unfall verhält es sich ähnlich wie in Pannensituationen. Zunächst wird der Warnblinker angeschaltet, dann sollte das Fahrzeug nach Möglichkeit in einer Pannenbucht abgestellt oder - noch besser - aus dem Tunnel heraus gefahren werden. Der Fahrer sollte den Motor ausmachen und den Zündschlüssel steckenlassen. Nun muss der Fahrer die Unfallstelle absichern und an der Notrufstation Hilfe holen. In Tunneln soll über die Notrufstationen Kontakt mit den Rettungsdiensten aufgenommen werden, da dadurch gleich eine Ortung einhergeht. Die Notrufmeldung über das Mobiltelefon ist im Tunnel nicht optimal, da keine Ortung möglich ist. Es geht wertvolle Zeit verloren, die im Ernstfall von großer Bedeutung sein kann. Sollten Personen verletzt sein, ist Erste Hilfe zu leisten.

Querschläge, Pannenbuchten und Fluchtwege B10RTQuerschläge, Pannenbuchten und Fluchtwege. Grafik: i like

Feuer im eigenen Fahrzeug
Auch hier gilt: Warnblinker einschalten. Wenn es die Strecke und die Situation ermöglichen, sollte der Fahrer sein Fahrzeug aus dem Tunnel fahren. Wenn es nicht möglich ist, sollte er in die Pannenbucht im Tunnel fahren. Der Motor muss anschließend abgestellt, der Zündschüssel stecken gelassen und über die Notrufstation Hilfe geholt werden, damit so schnell wie möglich Einsatzkräfte zum Fahrzeug geleitet werden können. An der Notrufstation befindet sich zudem ein Feuerlöscher. Der Fahrer sollte damit versuchen, den Brand soweit wie möglich selbst zu löschen, um diesen und die Rauchentwicklung zu einzudämmen. Sollte das Feuer nicht zu löschen sein, muss der Verkehrsteilnehmer den Tunnel schnellstmöglich über die Notausgänge verlassen. Retten Sie Ihr Leben, nicht Ihr Fahrzeug! Sie können den Tunnel über die Querverbindungen, die in die andere Tunnelröhre führen, verlassen. Querschläge sind im B 10 Rosensteintunnel alle 160 Meter vorhanden.

Feuer im fremden Fahrzeug
Auch hier ist es Vorschrift, den Warnblinker einzuschalten. Zudem sollten andere Verkehrsteilnehmer großen Abstand halten und schließlich das Fahrzeug sicher abstellen, um an der Notrufstation den Feueralarm auszulösen. Schlüssel stecken lassen. Sofern nötig sollte nach Möglichkeit Erste Hilfe geleistet werden. Auch bei Feuer im fremden Fahrzeug sollten andere Tunnelnutzer helfen, den Brand wenn möglich unter Kontrolle zu bringen. Ist dies nicht möglich, müssen Verkehrsteilnehmer den Tunnel über die Notausgänge verlassen. Auch hier gilt: Retten Sie Ihr Leben und nicht das Fahrzeug!

 

Notfall-/Brandmeldung an der Notrufstation - was geschieht genau?

1.       Alarmierung der Rettungskräfte durch einen Anruf von der Notrufstation oder durch das Auslösen des Feuermelders.

2.       Die Überwachungskamera, die im Bereich der Notrufstation aktiv ist, sendet notwendiges Bildmaterial zur Lokalisierung. So kann von den Rettungskräften die Situation analysiert und das weitere Vorgehen geplant werden.
Außerdem können über Lautsprecheer direkte Ansagen an den Tunnelnutzer weitergegeben werden.

3.       An der Notrufstation erscheint ein gelb blinkendes Licht, welches andere Tunnelnutzer warnt.

4.       Alle notwendigen Maßnahmen inkl. Entrauchung, Orientierungsbeleuchtung und Tunnelsperrung werden je nach Bedarf eingeleitet.

 
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) hat für Verkehrsteilnehmer ein Faltblatt mit wichtigen Empfehlungen bei der Nutzung von Tunneln zusammengestellt und wie sich Tunnelnutzer im Ernstfall verhalten sollen.