Moderne Messtechnik steuert zukünftig den maximalen Zuwasserstrom des Klärwerkes

Für die Herstellung der Straßenbautunnel am Leuze muss auch der Hauptabwassersammler der Stadt Stuttgart angepasst werden. In diesem Zuge wird die bestehende Messung der Durchflussmenge ebenfalls erneuert. Dafür wird ein moderner Magnetisch Induktiver Durchflussmesser (MID) eingebaut. Die Abflussmessung ist notwendig, da das Klärwerk nur einen maximalen Zuwasserstrom verarbeiten kann.

Durch seine Lage fließt ein großer Teil des in Stuttgart entstehenden Abwassers im Talkessel zusammen und wird über einen Hauptabwassersammler, den sogenannten Nesenbachkanal, am Leuze vorbei zum Hauptklärwerk nach Mühlhausen geführt. Um dem Klärwerk nicht mehr Abwasser zuzuführen, als dieses reinigen kann, muss die Menge reguliert werden. Durch die Messung im MID-Kanal werden Schieber im Kanalsystem gesteuert, die den Durchfluss so regulieren, sodass die Abwassermenge ein bestimmtes Maximum nicht übersteigt. Das heißt, dass bei entsprechend hohen Wassermengen aus Regenereignissen, ein Rückstau in das sogenannte Regenrückhaltebecken geschieht. Sinkt nach dem Regenereignis die Abwassermenge wieder auf einen niedrigen Stand werden die Rückhaltebecken durch das Kanalsystem entleert und zur Kläranlage geleitet.

MID-KanalKanal für modernen Magnetisch Induktiven Durchflussmesser (MID). Foto: Stadt Stuttgart

Der MID-Kanal besteht aus einem Messrohr aus Metall, welches durch von Spulen erzeugten Magnetfeld durchsetzt ist. Am Rohr befinden sich Messelektroden zur Erfassung der induktiv erzeugten Messspannung. Durch eine elektrisch isolierte Innenbeschichtung strömt das zu Messende das Abwasser, welches eine feste Leitfähigkeit besitzt. Beim Durchfließen des Magnetfelds werden Spannungen erzeugt, welche von den Messelektroden erfasst werden. Aus der Höhe der gemessenen Spannung lässt sich die Strömungsgeschwindigkeit und damit auch die Durchflussmenge bestimmen.

Ein großer Vorteil dieser Messtechnik ist, dass keine Einbauten im Rohr und keine beweglichen Verschleißteile notwendig sind und damit gerade im Abwasserbereich aufwendige Wartungsarbeiten auf ein Minimum reduziert werden können.