Verkehrsbeeinflussungsanlage

Verkehrsbeeinflussungsanlage durch Dynamische Verkehrstechnik


Animation VZ-Brücken

Konzept

Im Rahmen der "Tunnelbaumaßnahme Rosensteintunnel" werden die Verkehrsbeziehungen entlang der B10 zwischen S-Ost und S-Nord neu geordnet. Darin enthalten sind 6 Tunnel (Rosenstein (neu), Leuzetunnel 1-3, Kurztunnel Leuze (neu), Schwanenplatz/Berg und Pragsatteltunnel, und zwei LSA-geregelte Knoten. Zur Verkehrsteuerung wird eine Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) errichtet. Sie besteht aus verschiedenen verkehrstechnischen System-Komponenten:

#           Netzbeeinflussungsanlage (NBA)

#           Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) reduziert

#           Variable Fahrstreifenzuteilung (VFZ)

#           Punktuell querschnittsbezogen wirksame Anlage (PQA),

hier Höhenwarnanlagen (HWA) und Sperren mit fernbedienbaren Schranken

Ziele

#           Warnungen bei Ereignissen in den Tunneln oder den Zulaufstrecken

#           Verkehrslenkung bei einzelnen oder kombinierten Sperrungen von Tunnelröhren

#           Verkehrslenkung im städtischen Netz (Netzbeeinflussung B10 / B14 / B27)

#           Verkehrslenkung bei Veranstaltungen im NeckarPark

#           Verkehrsflussoptimierung zur Reduzierung von Umweltbelastung und Staus

#           Allgemeine Verkehrsinformationen visuell und virtuell

Verkehrstechnik

Zahlreiche Anzeigen werden als großflächige LED-Vollmatrix ausgeführt. Die bis zu 11 Meter breiten Anzeigen dienen der flexiblen Information, Warnung und Verkehrslenkung bei verkehrlichen Ereignissen aller Art. Das System erfährt dadurch eine ganz erhebliche funktionale Erweiterung über eine Tunnelsperranlage hinaus, und optimiert den Kosten-Nutzen-Aufwand deutlich.

Um ein Einfahren von zu hohen Fahrzeugen in einen Tunnel zu vermeiden, werden im jeweiligen Zulauf Höhenwarnanlagen installiert. Bei einem Höhenalarm dokumentiert eine optisch-digitale Verkehrsüberwachung eindeutig das auslösende Fahrzeug und visualisiert es in der 24/7-Tunnel-überwachungszentrale. Die VBA wird dann zur Warnung und Anhalten des Verkehrs genutzt.

Verkehrszeichenbrücke

Im gesamten Projektgebiet und in den Tunnels werden Roadside-Units eingerichtet, die der Infrastructure-2-Car Kommunikation dienen, um für die Mobilitäts- und Verkehrslenkungs-erfordernisse der Zukunft gerüstet zu sein. Die Ausstattung umfasst insgesamt:

#           11        VAT      Variotafel, LED-Vollmatrix großflächig, volldynamsich

#           39        VAVZ   Vario-Verkehrszeichen, LED-Vollmatrix kleinflächig, volldynamisch

#           33        WVZ     LED-Matrix, kleinflächig mit festen Bildern

#           97        DLZ      Dauerlichtzeichen für Fahrstreifensignalisierung

#           68        Verkehrsdetektoren (Radarsensoren und Induktionsschleifen)

#           29        Roadside Units

#           4          Höhenmessanlagen mit Laserdedektoren und Videoanlage an Tunnel-Zulaufstrecken

#           12        Verkehrsbeobachtungskameras im Umfeld (nicht in Tunneln)

#           8          Sperrstellen mit fernsteuerbaren Schranken

#           12        Verkehrszeichenbrücken

#           57        statische Wegweiser

#           13        Streckenstationen

#           ca. 55 km Kabeltrassen

#           Zentrale mit Bediensoftware (N)ERZ (redundante Verkehrsrechner)

Alle Elemente werden nach den Einschlägigen Normen und Richtlinien errichtet. Besonders zu erwähnen ist, dass viele Vorgaben der TLS der BASt hier im Kommunalen Bereich zur Anwendung kommen. Erstmals werden in Stuttgart auch elektrische, fernbedienbare Schranken zur Tunnelsperrung eingesetzt.

Neben dem Neubau der VBA werden auch über 60 Lichtsignalanlagen im Umfeld größtenteils ertüchtigt und teilweise ganz erneuert.

 

Bedienung

Die Verkehrstechnik-Komponenten werden nicht von der Tunnelbetriebstechnik gesteuert, sondern von einem gesonderten Verkehrsrechner (VSR) für dynamische Verkehrstechnik im Gesamt-VSR-Netz des Tiefbauamtes, und erfüllt damit die Vorgaben der EABT 80/100. Die Tunnel melden ihren jeweiligen Status an das VMS-Betriebssystem. Dieses steuert basierend auf definierten Ereignissen teil- oder vollautomatisiert vorbereitete Szenarien für einen oder mehrere zusammenwirkende Tunnelsperrfälle.

Weit häufiger werden die Dynamischen Anzeigen für Informationen, Warnungen, Umleitungen und Veranstaltungslenkung genutzt. Auch dafür stehen vorbereitete Szenarien zur Verfügung. Die Überwachung und Bedienung erfolgt in EINER Bedienoberfläche aus der Integrierten Verkehrsleitzentrale IVLZ oder der Tunnelüberwachungszentrale durch Operatoren.

Mit der Einrichtung im VSR-Netz ist die direkte Kommunikationen mit den LSA'en gewährleistet, um leistungsfähige streckenbezogene Umleitungsprogramme zu schalten.

In allen Fällen hat der Handeingriff eines Operators oberste Priorität.

Kommunikation und Zentrale

Zur Datensicherheit und Datenintegrität werden alle Komponenten mit modernen Überwachungsmodulen nach dem Stand der Technik überwacht, um die Vorgaben der KRITS-Verordnung zu erfüllen.

Die Kommunikation erfolgt im gesamten System auf Standard-Netzwerktechnologien aus dem TCP/IP-Spektrum mit LTE-, LWL- und SHDSL-Verbindungen. Zur Ausfallsicherheit sind die Streckenstationen über redundante 2-Wege-Kommunikation an die Zentrale angebunden. Im Wesentlichen werden zur Kommunikation von der Zentrale zur Ausstattung das Protokoll TLSoIP der BASt angewendet. Für die Anbindung der Roadside-Units wird das Protokoll OCIT-O-Car der ODG verwendet.

Die Zentrale wird mit der Open Source-Software des NERZ e.V. errichtet. Für die kommunale Anwendung erforderliche Module werden entsprechend entwickelt. Die neuen Module werden ebenfalls unter einer Open Source-Lizenz gestellt.

Realisierung

Für die Planung und Realisierung der VBA stehen 9 Millionen Euro zur Verfügung. Das grundsätzliche Design der Anlage erfolgte durch eigene stadtinterne Planung im Tiefbauamt.

Die weitergehende Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung erfolgt zusammen mit einem Planungsbüro.

Die VBA setzt den zukünftigen Standard für den weiteren Ausbau und den anstehenden Modernisierungen der gesamten Dynamischen Verkehrstechnik der Landeshauptstadt Stuttgart.